Natürliche Gemeindeentwicklung


Auswertung des Gemeindeprofils


Am 8. Januar 2020 hat Thomas Acker uns die Auswertung der Befragung, das sogenannte Gemeindeprofil, vorgestellt. Im Gemeindeprofil werden die sich aus der vorherigen Befragung ergebenden Ausprägungen der Qualitätsmerkmale dargestellt. 

Konkret bedeutet dieses Ergebnis, dass die Gemeinde in allen acht Qualitätsmerkmalen über dem Minimum des Durchschnitts aller Gemeinden liegt. Die beiden am wenigsten ausgeprägten Merkmale sind die "bevollmächtigende Leitung" und die "gabenorientierte Mitarbeiterschaft".

Im Verlauf des Abends wurde das Ergebnis in Bezug auf diese beiden Merkmale diskutiert und in Stichpunkten festgehalten, wie in den beiden folgenden Bildern dargestellt. Diese Auswertung wird am 11. März 2020 weiter vertieft.


Natürliche Gemeindeentwicklung, ein Prozess.

„Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben.“

1. Korinther 3,6

 

Unter diesem Bibelvers steht der Prozess der Natürlichen Gemeindeentwicklung (NGE), über den ein Artikel im letzten Gemeindebrief erschienen ist. Zum Ausdruck bringen soll der Vers, dass das von vielen gewünschte Gemeindewachstum durch Gott und somit praktisch „von alleine“ kommen kann, wenn wir gemeinsam an der Qualität unserer Gemeinde arbeiten. Also Qualität vor Quantität, die nachgelagert von alleine kommt. Dafür haben wir im Jahr 2019 bereits vieles Vorbereitende getan und sind gestartet. Mit dem Prozess der natürlichen Gemeindeentwicklung beschreiten wir jetzt einen Weg, den bereits tausende Gemeinden weltweit erfolgreich gegangen sind.

 

Thomas Acker, unser Freund und Pastor aus der FeG Mainz, hat sich bereit erklärt, diesen Prozess mit uns gemeinsam zu starten, uns zu informieren, uns anzuleiten und uns mit dem „Wagen mit den viereckigen Rädern“ auf den Weg in die Zukunft zu setzen. Über diese Analogie des Karrens, der alle Räder an Bord hat, aber nur mit den runden Rädern rollt und zeigt, was Menschen mit den richtigen Gaben an der richtigen Stelle bewegen können, könnt ihr nachlesen in den Büchern über die NGE. Eine ausführliche Bücherliste zum Thema findet ihr in Kürze im internen Bereich unserer Homepage.  

 

Begonnen haben wir am 4. Dezember 2019 mit dem Ausfüllen der Fragebögen, die einen Überblick verschaffen sollen, wie wir – so unterschiedlich wie wir sind – unsere Gemeinde erleben. Thomas Acker hat dann über Weihnachten die Fragebögen ausgewertet und uns am 8. Januar die Ergebnisse, das so genannte Gemeindeprofil, vorgestellt. Die konkreten Ergebnisse findet ihr im internen Bereich unserer Homepage.

 

Das Gemeindeprofil stellt graphisch dar, in welchen der so genannten acht Qualitätsmerkmalen unsere Gemeinde besonders stark ist und in welchen wir am wirkungsvollsten unsere Gaben einsetzen können. Stark sind wir im Bereich der „leidenschaftlichen Spiritualität“ und den „ganzheitlichen Kleingruppen“, das sind z.B. die Hauskreise und die Frauen- und Männerkreise, die Gebetskreise und die Crosskids. Unser größtes Potenzial haben wir im Bereich der „bevollmächtigenden Leitung“ und der „gabenorientierten Mitarbeiterschaft“. Was das genau bedeutet, hat Thomas Acker uns in der ersten Analyse erklärt und wird dies auch im nächsten Termin am 13. Februar um 19:30 Uhr im Gemeindehaus weiter vertiefen. 

 

An dieser Stelle nur eine kurze Erklärung zum ersten Verständnis: „Bevollmächtigende Leitung“ bedeutet nicht, dass wir eine bevollmächtigte Leitung haben oder eine Leitung, die uns Gemeindemitglieder nur braucht, um ihre eigene Vision durchzusetzen. Sondern es bedeutet, dass die Leiter andere bevollmächtigen, damit neue Talente wachsen können. Sie befähigen, unterstützen, motivieren und begleiten die einzelnen Gemeindemitglieder, damit diese schließlich zu dem werden, was Gott schon immer mit ihnen vorhatte. 

 

Unter „gabenorientierter Mitarbeiterschaft“ versteht man, dass jedes Gemeindemitglied sich entsprechend seiner Fähigkeiten und Gaben in die Gemeinde einbringen kann. Jeder hat von Gott geistliche und weltliche Gaben erhalten. Es ist notwendig, diese selber zu kennen, und auch der Gemeindeleitung sollten diese angeboten werden. Ist ein Gemeindemitglied „an der falschen Stelle“ tätig, ob selbst ausgesucht oder dort eingesetzt, dann ist er das sogenannte „eckige Rad“ am Wagen, das sich selber durch das schlechte Abrollen verletzen kann, aber auch den ganzen Gemeindewagen beim Fortkommen verlangsamen kann. Hilfreich ist nun, dass jeder seine Gaben erkennt und sie auch sinnvoll und befriedigend in die Gemeindearbeit einbringen kann. Aufgabe der Gemeindeleitung ist es, diesen Findungsprozess zu begleiten und so viele „runde Räder“ einzusetzen. Gott hat unserer Gemeinde bereits über 80 runde Räder geschenkt. Wenn wir diese an der richtigen Stelle „benutzen“, dann arbeiten wir in der Kraft des Heiligen Geistes. Gott wirkt in uns und durch uns, und die entsprechenden Resultate, das ersehnte Wachstum, werden nicht lange auf sich warten lassen.

 

In Matthäus 16 steht in den Versen 13-20 die Geschichte von Jesus und Petrus, in der Petrus Jesus als den erkennt, der er ist und Jesus Petrus mit diesen Worten bevollmächtigt: „Ich sage dir: Du bist Petrus. Auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und selbst die Macht des Todes wird sie nicht besiegen können.“ So wie Jesus können wir im anderen erkennen, was wirklich in ihm steckt und ihn ermutigen und stärken für die Aufgabe, die wir ihm übertragen und in der wir ihm vertrauen.

 

Die Natürliche Gemeindeentwicklung ist ein Prozess, der unsere Gemeinde dauerhaft begleiten soll und nur dann erfolgversprechend ist, wenn er ein lebendiger Teil der Gemeindearbeit wird. Er erfordert von uns, dass sich möglichst jeder aktiv in diese Gemeindeentwicklung einbringt, und einen Ältestenkreis, der die Zeit hat, sich mit voller Kraft der An-Leitung und Umsetzung zu widmen.